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NERVENENTZÜNDUNG
Entzündung von Nerven, eines Nervs, eines Nerves
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29 Neuropathische Schmerzen
29.1 Nervenschädigung
29.2 Nervenentzündung

Eine Nervenentzündung (Neuritis) kann Hirn nerven oder auch andere Nerven des Körpers betreffen. Je nach dem welcher Nerv betroffen ist, kann es zu Taubheitsgefühl, Empfindungsstörung, Lähmung oder Ausfall bestimmter Körper- und Organfunktionen kommen. Darüber hinaus kann diese Erkrankung äußerst schmerzhaft und quälend sein.

Eine Nervenentzündung kann verschiedene Ursachen haben:

Spezielle Formen einer Nervenentzündung (Auswahl):
(mod. nach Roche)
Neuri tis acustica toxica:
Entzündung mit Schäd igung des Hör nervs, verursacht durch tox ische (= giftige) Stoffe, z.B. bei Syphilis, Typhus, Scharlach, Masern, durch Alkohol, Tabak, Blei, Streptomycin.

Apoplektiforme (= ähnlich wie bei einem Schlagan fall) Neuritis:
Monoplegie der oberen
Gliedmaßen (= Lähmung eines Armes) infolge Blutung in den P lexus brachial is (= Armnervengeflecht).

Neuri tis facialis (= Entzündung des Gesichtsnervs)

Neuri tis optica (= Entzündung des Seh nerves)

Neuri tis migrans (= wandernde Nerven entzündung)
Tritt beim Wartenberg-Syndrom auf, gekennzeichnet durch wandernde Beinschmerzen, die im Versorgungsbereich des Nervs obturatorius (Oberschenkelinnenseite), N. cutaneus femoris lateralis (Oberschenkelaußenseite) und N. femoral is (vorderer Ober- sowie innerer und vorderer
Unterschenkel) auftreten. Typischerweise kommen Extremitätenschmerzen (= Schmerzen im Bereich der Arme und/oder Beine), bevorzugt in Schulter und Hand, hinzu. Die Ätiologie (= Ursache) und Pathogenese (= Entstehung / Entwicklung) dieser wandernden Polyneuritis (= En tzündung mehrerer Nerven) sind unbekannt.

Die primäre Behandlung einer Nervenentzündung richtet sich logischerweise nach der Ursache. So wird man bei einer infektiösen, durch Bakterien verursachten Nervenentzündung Antibiotika geben oder bei einer ischämischen Nervenentzündung versuchen, die Durchblutung zu optimieren.

Die üblichen Analgetika (= Schmerzmittel) helfen bei einer Nervenentzündung nicht zufriedenstellend, allenfalls in höherer Dosierung mit entsprechenden Nebenwirkungen. Hilfreicher ist die Verordnung eines Antikonvulsivums (= ein Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei einem anfallsartigen Schmerz wirksam) angezeigt. Als erste Wahl gelten heute Gabapentin oder Pregabalin, als 2. Wahl Carbamazepin. Die Kombination mit Baclofen hilft Gabapentin bzw. Pregabalin oder Carbamazepin einzusparen.

Nicht selten klingt aber trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung eine schmerzhafte Nervenentzündung nicht ab, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Länger bestehende Schmerzen aufgrund einer Nervenentzündung erfordern praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Bei einer chronischen, schmerzhaften Nerven entzündung sind dies:

  1. Information über die Erkrankung
  2. Medikamentöse Behandlung (u.a. Analgetika (auch entzündungshemmende), Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
  3. Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockade n, evtl. rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter
  4. Physiotherapie (Krankengymnastik und andere Anwendungen) bei Funktionseinbußen
  5. Akupunktur
  6. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)
  7. Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
  8. diätetische Maßnahmen entspr. der Grundkrankheit (z.B. bei Nervenentzündung infolge der Zuckerkrankheit)

Insbesondere bei einer Nervenentzündung erweist sich die therapeutische Lokalanästhesie in Form von wiederholten Nervenblockaden mit einem lang wirkenden Lokalanästhetikum als sehr hilfreich, optimal sind kontinuierliche Blockaden mit eingepflanztem Katheter (*siehe unten). Dabei kommt es neben der erwünschten Schmerzlinderung durch die gleichzeitige Blockade vegetativer (= das unwillkürliche Nerven system betreffende) Nerven anteile zu einer Weitstellung der beteiligten Blutgefäße (Sympathikolyse) und damit zu einer lokalen (= örtlichen) Mehrdurchblutung, die u.a. jeder Entzündung kausal (= ursächlich) entgegenwirkt. Eine solche Durchblutungssteigerung kann medikamentös systemisch (= durch eingenommene oder gespritzte Durchblutungsmittel) nie erreicht werden.

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nerven geflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.

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Aktualisiert: >19.04.2008</> kusb&
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